Im Bann der Zirbe

  • Klaudia und Manfred Strantz © Birgit Böhm-Ritter

Ein Holz hat eine ganze Familie in den Bann gezogen. Die Zirbe ist aus der Pamhagener Tischlerfamilie Strantz nicht mehr wegzudenken. Ja, die Zirbe. Eine Holzart, die man so gar nicht mit dem typisch pannonischen Landleben verbindet. Und trotzdem schwört die Familie auf Zirbenmöbel und all die Produkte, die rund um den hochalpinen Baum entstehen.

Seit vier Jahren arbeitet Manfred Stranz mit dem seltenen Holz. Damit ist er in Ostösterreich einer der wenigen Tischler, die aus der wertvollen Zirbe Möbel zimmern.

Durch einen Zufall erkannte der Pamhagener Tischlermeister die Vorzüge des Baumes. Ein Kundenwunsch brachte ihn auf die Idee, Massivmöbel aus dem weichen Holz zu tischlern. Das erste Zirbenbett fand sofort Anklang und begeisterte auch die Tischlerfamilie selbst. „Wir haben uns weiter mit dem Holz beschäftigt und erkannt, dass es eine beruhigende Wirkung hat“, erzählt Strantz. Deshalb seien es vor allem Betten und Schlafzimmermöbel, die bei den Kunden, hoch gefragt sind. „Das Zirbenholz verliert seinen intensiven Wohlgeruch auch nach Jahrzehnten nicht. Dieser wirkt beruhigend und sorgt für einen erholsamen Schlaf.“

Manfred Strantz ist Tischler aus Berufung. Seine Leidenschaft gilt seit jeher dem Holz. Der Pamhagener hat schon als Kind erkannt, dass ihm das Arbeiten mit Holz in die Wiege gelegt wurde. Nicht nur sprichwörtlich. Nach der Schule ergriff er den Beruf seines Vaters und begann eine Tischlerlehre. Seine ersten Ausstellungsstücke entstanden aber bereits als Schulkind im Werkunterricht.

Viele Jahre hat er hauptsächlich Erlenholz bearbeitet. Dass es nun gerade ein Holz aus dem hochalpinen Raum ist, das Kunden aus dem gesamten ostösterreichischen Raum in seine Tischlerei nach Pamhagen zieht, hätte er sich wohl nicht träumen lassen. Gemeinsam mit seiner Frau Klaudia hat er an seinem neuen Standort in Pamhagen einen Schauraum aus Zirbe eingerichtet.

Für die Vermarktung der Produktpalette - vom Zirbenbett bis zum Zirbenschnaps - außerhalb der Heimatgemeinde sind die vier Kinder der Familie verantwortlich. „Wie groß die Nachfrage ist, merken wir vor allem auf den verschiedenen Märkten in Wien“, freut sich die Familie.

Die Zirbe wächst vor allem in Tirol, Kärnten und der Steiermark. Möbel oder Wandverkleidungen aus Zirbenholz haben in der Alpenregion eine lange Tradition. Zapfen und Samen dienen der Lebensmittelproduktion und der Produktion von Spirituosen.

Zirbenprodukte in der Greisslerei

Im Schauraum der Pamhagener Tischlerei ist auch die „Neue Greisslerei“ beherbergt. Dort werden liebevoll ausgesuchte Produkte rund um die Zirbe angeboten: angefangen vom Zirbenschnaps über das Zirbenkissen bis hin zur selbst gemachten Brotdose.

Artikel aus der BVZ, 16.11.2015

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